Page 7 - Tragödie_Obermeiser
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Im weiteren Verlauf des Verfahrens wurde auch das Personal der Familie Jäger eingehend befragt und

               vernommen. Das waren damals



                   -  die Dienstmagd Philippine Flörke, 17 Jahre alt
                   -  die Dienstmagd Elise Schwarz, 16 Jahre alt
                   -  der Dienstknecht Heinrich Heine, 19 Jahre alt
                   -

               Die drei Personen waren im Hause anwesend und konnten so über ihre Beobachtungen berichten.

                 Wesentlich neue Erkenntnisse konnten dabei nicht gewonnen werden.

               Am 11. Februar 1887 wurde Heinrich Wilhelm Jäger in Untersuchungshaft genommen und in
               die  Königliche  Strafanstalt  Wehlheiden  (heute  Justizvollzugsanstalt  Kassel-Wehlheiden)
               eingeliefert. Ein Lichtbild des Gastwirts konnte der Arbeitskreis Dorfgeschichte leider nicht
               mehr beschaffen. Ob ein solches Bild je existiert hat, ist nicht bekannt. Um dem geneigten
               Leser aber einige Details zur Person zu vermitteln, wird nachstehend das Signalement (heute
               würde man sagen die “Personenbeschreibung“) wiedergegeben:


                 Signalement

                 Alter:         27 Jahre
                 Größe:         1,78 m
                 Haare:        schwarz

                 Stirn:         hoch
                 Augenbrauen: blond
                 Augen:            braun
                 Nase:               spitz

                 Zähne:             gut
                 Kinn:                rund
                 Bart:             dunkler
                                       Schnurrbart
                 Gesichtsbildung: breit
                 Statur:             schlank

                 Besondere Kennzeichen:
                 Fehlen des rechten Auges

                                            Eine Aufnahme der Gastwirtschaft aus den späten 1950er Jahren.

               Die Zeugen konnten bestätigten, dass der Gastwirt Heinrich Wilhelm Jäger am Morgen des
               20. November 1886 den Ackermann Hermann Hold gebeten hatte, ihm ein Gewehr zu leihen,
               weil er damit Tauben schießen wollte. Das Gewehr wurde dann von den beiden Jungen,
               Eduard  Wagner  und  Wilhelm  Schwarz,  abgeholt  und  dem  Beschuldigten  überbracht.
               Hermann Hold machte darauf aufmerksam, dass er verhindert gewesen sei, das Gewehr
               selbst zu Jäger zu bringen. Daher habe er es in geladenem Zustand in dem Kartoffelkeller des
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