Page 6 - Tragödie_Obermeiser
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Auszüge aus dem Verhörprotokoll des Bürgermeisters Hold:
Ich heiße Christoph-Wilhelm Hold, bin 61 Jahre alt und Bürgermeister hier. Über die Tat kann
ich aus eigener Wahrnehmung keine Auskunft geben, doch handelt es sich zweifellos um einen
Unglücksfall, da die Erschossene die Schwester der verstorbenen Ehefrau des Beschuldigten ist.
Dieselbe war bei der Mutter des Letzteren zu Besuch und beabsichtigte den unmittelbar
Beschuldigten zu heiraten.
Nach dem Vorfall war dieser ganz außer sich und konnte aus demselben gar nicht über den
Hergang herausgebracht werden.
Die von mir übergebene Flinte hat der Beschuldigte, nachdem der Unglücksfall sich ereignete
aus dem Haus herausgeworfen. Dieselbe ist von einem Sohn des Schreiners J.D. Hold
aufgehoben und in sein Haus gebracht worden.
Von Letzterem ist mir dann dieselbe in seinem Hause übergeben worden.
Hold, Bürgermeister
Als Zeugen wurden weiterhin vernommen:
Eduard Wagner, Sohn von Dietrich Wagner, 9 Jahre alt
Eduard Wagner (geboren 1878) lebte mit seiner Familie im Haus Nr. 96 (heute das Haus von
Agnes Schrage) am Ende der Buttenstraße. Er hatte von Heinrich Wilhelm Jäger den Auftrag
bekommen, das Schrotgewehr von Hermann Hold zu holen. Dabei wurde er von seinem
Kameraden Wilhelm Schwarz begleitet.
Wilhelm Schwarz, Sohn des Schmieds Johannes Schwarz, 10 Jahre alt
Wilhelm Schwarz (1876 bis 1961) ist als Sohn der Eheleute Johannes und Marie Katharina
Schwarz in der Buttenstraße geboren (Hausnummern 102/104). Wilhelm Schwarz hat seinen
Kameraden Eduard Wagner dabei begleitet, bei dem Ackermann Hermann Hold das
Gewehr (Schrotflinte) zu holen. Wilhelm Schwarz ist später nach Meimbressen gezogen. Seine
Nachkommen (Familie Rappe) wohnen noch heute dort.
In der Gastwirtschaft
Himmelmann in den 1930er
Jahren (von links):
Hermann Neumeyer,
Busfahrer Schuster, Georg
Himmelmann. Die
Aufnahme entstand im
Gastzimmer und zwar an
der Stelle, an der später die
Musik-Box und der
Stammtisch aufgestellt
wurden.