Page 8 - Flugzeugabsturz_Obermeiser
P. 8
Nachdem der Marschbefehl erteilt ist, nimmt die "Area Bombing Directive" "Target Kassel" ihren verhängnisvollen
Lauf. Routineprozeduren schliesssen sich an. Volltanken, Bestücken mit der todbringenden Fracht, Motoren-,
Instrumenten-, Bewaffnungscheck. Der Bomber ist standardmässig mit einer 2.000 kg Luftmine, 12 Behältern
mit 90 Stabbrandbomben (je 1,7 kg) und 8 Phosphorbrandbomben (je 13,5 kg) bestückt. Die Lancaster hat mit
ihren 4 Rolls-Royce Triebwerken eine Leistung von je 1.145 PS.
Die Reichweite beträgt bei einer max. Bombenlast von 6.350 kg 2.675 km. Bei einer Entfernung nach Kassel und
zurück von ca. 2.000 km ist noch Reserve für Umwege im Notfall vorhanden.
Eine Lancaster Mark I mit einer
Flügelspannweite von 31 m und
einer Länge von 21 m.
Kopierschutz
Kopierschutz
Verladen von Spreng-
bomben und einer
Luftmine (ca. 1.800 kg).
Lancaster Bomber werden im Nachteinsatz geflogen und so startet die Maschine um 17:55 Uhr als eine von 569
Bombern zum Sammelgebiet gen Kassel. 444 Maschinen erreichen das Zielgebiet Kassel (AIR 14/3411). Bei einer
Marschgeschwindigkeit von 338 km/h wird mit dem Eintreffen bei ungestörtem Ablauf um 21:00 Uhr gerechnet.
Aufgrund von Täuschungsmanövern über Frankfurt und Köln wird in Kassel erst mit kurzer Vorwarnzeit Alarm
ausgelöst. Um 20:17 Uhr heulen die Sirenen, zeitgleich in Hofgeismar (Alarmbuch Luftschutzwarnkommando).
Seite | 8